Pflege- und Erntekalender Archiv

Pflücksalat-Ernte
Die äußeren Blätter werden großzügig abgepflückt oder -geschnitten, so dass nur die kleinen Herzblätter stehen bleiben. Auf diese Weise ist der Pflücksalat für lange Zeit sehr ergiebig! Die Lücken können entweder durch Nachsaat gefüllt oder auch mit Salat-Setzlingen bepflanzt werden, die man dann wie Pflücksalat beernten kann.
Tomatenpflege
Tomaten brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit als andere Kulturen: Während ihrer gesamten Wachstumsperiode müssen sie regelmäßig ausgegeizt werden; d.h. man kneift die kleinen, immer wieder neu entstehenden Triebe in den Blattachsen aus und wirft sie unter die Tomate auf den Boden (Tomaten stehen sehr gerne in ihrem eigenen Dunst!!). Das geht ganz einfach mit den Fingernägeln. Das Ausgeizen ist wichtig, damit die Pflanze ihre Kraft nicht in viele Triebe steckt, sondern in möglichst viele Früchte!
Bei den Wildtomaten (erkennbar an den klassischen „Tomatenblättern“) lässt man statt einem etwa drei Triebe stehen. Tipps, wie sie später gestützt werden, kommen noch!
Die beiden anderen Tomatensorten (beide haben kartoffelartige Blätter) sollten schon bald hochgebunden werden. Dazu brauchen sie einen Stab als Stütze (entweder die im Handel erhältlichen spiralförmigen Tomatenstäbe, in die der Stängel hineingewunden wird, oder einfach einen stabilen Holzstock, an dem man die Pflanze mit Schnur, Bast oder Bindedraht festbindet).
Beim Gießen ist zu beachten, dass Tomaten nur am Fuß begossen werden wollen und nicht auf den Blättern. Das macht sie sehr krankheitsanfällig!
Tomatenstützen
Wir haben zwei verschiedene Tomatensorten gepflanzt: Eine hoch wachsende, rote Cocktail-Tomate und eine buschige, gelbe Wild-Tomate. Die rote Sorte lässt sich daran erkennen, dass wir neben die Pflanze jeweils einen Bambusstab gesteckt haben. Daran müssen die Pflanzen mit Bindedraht (liegt in der Gerätekiste) festgebunden werden. Innerhalb der nächsten Woche sollte der Stab jedoch gegen einen richtigen Tomaten-Stock (es gibt vorgefertigte, gedrehte Stäbe zu kaufen oder alternativ einfach eine stabile Holzlatte) ausgetauscht werden. Das Hochbinden der Pflanzen sollte möglichst bald erfolgen!! Bei der gelben Sorte ist diese Maßnahme nicht nötig.
Es sind noch jede Menge Tomaten-Pflanzen übrig – sie stehen hinter bzw. neben der Gerätekiste. Eine Pflanzanleitung ist an der Innenseite des Kistendeckels zu finden...

Rote Bete-Ernte
Wie im letzten Jahr haben wir wieder die lange, rübenförmige Rote Bete-Sorte angebaut, die uns geschmacklich sehr zugesagt hat. Die Erntereife ist gut daran zu erkennen, dass sie einem regelrecht entgegen wächst: Die fertigen Rüben ragen ein ganzes Stück aus der Erde und können bequem herausgezogen werden. Wer die Rote Bete möglichst lange frisch genießen möchte fängt jetzt schon an, einzelne (vor allem zu eng stehende) Rüben zu ernten. So lässt sich die Reihe nach und nach bis in den Herbst hinein abernten!

Petersilien-Ernte
Petersilie wird büschelweise ein Stück über der Erde abgeschnitten, wobei wieder die kleinen Herzblätter stehen bleiben sollten. Auf diese Weise lässt sie sich den ganzen Sommer hindurch ernten!

Rucola
Der Rucola ist auch in diesem Jahr wieder stark vom Erdfloh befallen gewesen und jetzt mit entsprechend vielen Löchern versehen. Auf den Geschmack hat das keinerlei Einfluss, höchstens auf seine nun nicht mehr ganz vollendete Schönheit! Der Erdfloh liebt die Trockenheit und hatte somit zeitweise schon optimale Vermehrungsbedingungen. Um den Rucola vor diesem winzigen, springenden Käfer zu schützen hilft eigentlich nur ein Vlies, das rundherum gut mit Erde am Boden befestigt wird. Allerdings führt das nur bei neuen Aussaaten zum Erfolg, da man sonst die kleinen Quälgeister gleich an ihrer Nahrungsquelle mit einsperrt... Der Erdfloh gibt sich zu erkennen, wenn man mit der Hand über die Pflanzen streicht – die glänzenden kleinen Käferchen, die mit großen Sprüngen das Weite suchen, sind die Missetäter...
Zur Ernte pflückt man regelmäßig die äußeren Blätter ab und lässt das Herz stehen, so dass immer wieder neue Blätter nachwachsen.
Kartoffelkäfer
Der Kartoffelkäfer ist auffällig gelb-schwarz gestreift und etwa 0,7 bis 1,5 cm groß. Er sitzt in der Regel auf den Blättern der Kartoffelpflanzen. Die wirksamste Methode gegen diesen gefräßigen Plagegeist ist das Absammeln. Allerdings muss man schnell und beherzt zupacken, da der Käfer sich bei Bewegungen der Pflanze blitzartig fallen lassen kann. Schädlich sind nicht so sehr die Käfer, als vielmehr seine Larven – sie können ganze Pflanzen bis aufs Gerippe abfressen. Es ist allerdings viel einfacher, sauberer und effektiver die Käfer einzusammeln, als später die Heerscharen von Larven!
An der Blattunterseite der Kartoffel befinden sich die Gelege der Käfer: Eine Ansammlung zahlreicher gelber, stiftartiger Eier. Ein einzelnes Weibchen legt insgesamt 1200 Eier!! Die Gelege sollte man einfach zwischen zwei Blättern zerdrücken und die Käfer in jedem Fall zertreten, zerhacken etc.... Es macht überhaupt keinen Sinn, sie am Feldrand auszusetzen, da sie zielsicher zu den Kartoffelpflanzen zurück fliegen! Man müsste sie dann schon einige Kilometer entfernt aussetzen, um das zu vermeiden.
Da die ersten Kartoffelkäfer schon gesichtet wurden sollte ab jetzt jeder regelmäßig seine Pflanzen auf Käfer und auch Eier (letztere kleben ausschließlich an den Blattunterseiten) absuchen und mit beiden kurzen Prozess machen!!
Pflanzanleitung für Kohl, Salat, Fenchel, Sellerie
Beim Pflanzen sind ein paar Kleinigkeiten zu beachten, damit die Pflänzchen auch gut angehen und sich wie erhofft entwickeln. Grundsätzlich gilt: Die Erde mit der Hacke lockern, eine kleine Mulde in die Erde machen (kein Loch graben), den Erdballen dort hinein legen und ordentlich wässern wenn er noch trocken ist. Wenn der Ballen vollgesogen ist, drückt man ihn mit beiden Händen kräftig in den Boden. Wichtig ist der enge Kontakt zwischen Wurzelballen und umgebender Erde, damit die Pflanzen schnell anwachsen können. Je nach Art der Pflanze ist es wichtig, die entsprechende Tiefe zu beachten:
Pflanzanleitung Kohl:
Alle Kohlpflänzchen können so tief gesetzt werden, dass der Wurzelballen nicht mehr sichtbar ist und der Stängel von der Erde etwas gestützt wird. (Pflanzabstand ca 40 cm)
Pflanzanleitung Kohlrabi:
Schon die kleinen Kohlrabi-Pflänzchen haben einen kleinen Knollen-Ansatz, der auf keinen Fall mit Erde bedeckt werden darf. Sonst kann es passieren, dass die gewünschte Kohlrabi-Knolle gar nicht entsteht! (Pflanzabstand ca 30 cm)
Pflanzanleitung Salat:
Beim Pflanzen von Salat-Setzlingen guckt idealerweise die Oberkannte des Erdballens noch aus dem Boden. Die Pflanzmulde sollte also nur ganz flach sein, damit man den Wurzelballen noch gut andrücken kann, ohne ihn zu tief in die Erde zu befördern! Wird Salat zu tief gepflanzt, so kann das die Salatfäule begünstigen – d.h. kurz vor der Ernte kann plötzlich der gesamte Kopf wegfaulen. (Pflanzabstand ca 30 cm)
Pflanzanleitung Fenchel, Sellerie:
Beide Gemüse sollten beim Pflanzen eher „wacklig auf den Beinen stehen“ - es ist völlig in Ordnung, dass sie nach dem Setzen erstmal umfallen! Die Oberkante des Erdballens sollte wie beim Salat noch aus dem Boden schauen. Zu tiefes Pflanzen kann zur Folge haben, dass keine Knollen ausgebildet werden können. (Pflanzabstand ca 30 cm)
Pflanzanleitung Lauch:
Ziel ist es, möglichst lange, gerade weiße Schäfte zu erhalten. Dazu zieht man eine tiefe Furche, in die noch zusätzlich im Abstand von etwa 15 cm kleine Pflanzlöcher gemacht werden (ca 5 cm tief). Dort hinein wird jeweils ein Lauch-Pflänzchen gesetzt, angegossen, gut angedrückt und das Loch verschlossen. Bei jedem Unkrauthacken füllt man die Furche etwas weiter mit Erde auf. Wenn sie schließlich ebenerdig geschlossen ist, werden die Pflanzen zusätzlich angehäufelt, so dass sie später auf einem kleinen Damm stehen.
Mulchen – Balsam für den Boden!!
Mulchen ist eine optimale Maßnahme, die Arbeit für Gießen und Unkrauthacken zu verringern und dem Boden einen großen Gefallen zu tun. Dazu wird eine Schicht Rasenschnitt, Ernteabfälle oder Stroh auf dem Boden verteilt: Sie schützt die Erde auch bei starker Sonneneinstrahlung vor dem Austrocknen und bei Regen vor Verschlämmung. Die Erde bleibt unter der Mulchschicht locker, krümelig und feucht. Auch Regenwürmer fühlen sich besonders wohl darunter und werden vom Mulch angezogen! Samen-Unkräuter haben hingegen Schwierigkeiten, hindurchzudringen.
Wichtig ist, dass die Mulchschicht nicht zu dick (sonst kann es zu Fäulnis kommen) und nicht zu dünn (der Boden sollte darunter nicht sichtbar sein) ausgebracht wird. Am besten ist es, die Erde um die Pflanzen vor dem Mulchen zu lockern und wenn nötig etwas zu gießen. Die Schicht muss alle paar Wochen erneuert werden, da sie nach und nach verrottet.
Momentan ist es sinnvoll, nur die gesetzten Pflanzen zu mulchen. Wenn dann auch die gesäten Pflanzen alle zum Vorschein gekommen sind, können auch sie gemulcht werden. Später ist das Mulchen vor allem für solche Kulturen wichtig, die nicht genügend Blattmasse haben, um den Boden in ihrer Nähe zu beschatten.
Dank einer derartigen Bodenbedeckung muss deutlich weniger gegossen werden: Zum Testen einfach an einer Stelle das Mulchmaterial anheben und mit den Fingern den Boden auflockern. So lässt sich leicht feststellen, ob die Erde feucht ist oder ob die Pflanzen Wasser brauchen!
Das beste Mulchmaterial ist Rasenschnitt; alternativ kann man aber auch mit Stroh mulchen. Allerdings muss die Schicht dann deutlich dicker sein. Ein Strohballen liegt am Feldrand.
Beim Mulchen mit Rasenschnitt sollte man darauf achten, dass keine zusammengepappten, fauligen Brocken Verwendung finden! Es ist wichtig nur solchen Rasen einzusetzen, auf den kein Unkraut-bekämpfungsmittel oder Dünger ausgebracht wurde!
Kompost
Unkraut am besten einfach umhacken und auf dem Boden liegen lassen. Die Pflanzenteile dienen so als zusätzliche Mulchschicht oder werden von den Regenwürmern abtransportiert und zu dem sehr wertvollen Humus verarbeitet. Das gleiche gilt auch später für Ernteabfälle! Dieses Verfahren nennt sich “Flächenkompostierung”. Unkräuter mit großen Wurzeln (besonders der Ampfer, gegen den auch ganz konsequent vorgegangen werden sollte), sollten aber davon ausgeschlossen werden und stattdessen auf die Komposthaufen (sind schon gekennzeichnet) gebracht werden, damit sie nicht wieder anwachsen!



