Pflege- u. Erntekalender

Der Pflege- und Ernte-Kalender ist so angelegt, dass jeweils die aktuellsten Informationen an oberster Stelle stehen.

Natürlich gibt es zwischen den verschiedenen gartenglück-Standorten durch Begebenheiten wie Witterung, Bodenbeschaffenheit und dem Anbauzeitpunkt Unterschiede bei der Abreife der verschiedenen Gemüsekulturen.

Deshalb sollte jeder prüfen, ob die beschriebenen Anzeichen der Erntereife beim Gemüse auf der eigenen Parzelle schon zutreffen!



Aktuelle Pflege- & Erntetipps:



Dill-Ernte

Dill wird geerntet, indem man vorsichtig einzelne Äste an den Seiten der Pflanzen abbricht. Der oberste Trieb, die “Spitze”, muss allerdings stehen bleiben. Ein Tipp zur Konservierung: Die Pflanzenteile lassen sich nach dem Heraussortieren der dickeren Stängel wunderbar einfrieren – bei Bedarf kann man von dem gefrorenen „Klumpen“ ganz einfach etwas abbröseln, ohne den Dill noch zerschneiden zu müssen. Sie zerfallen ganz leicht von selbst – allerdings nur, solange sie gefroren sind!

Basilikum-Ernte

Basilikum schneidet man etwa 10-15 cm über dem Boden “radikal” ab. Er treibt immer wieder neu aus und kann so regelmäßig beerntet werden. Sind schon Blütenansätze ausgebildet, lassen sie sich unmittelbar vor bzw. nach der Ernte einfach herausknipsen. Stehen die Pflanzen allerdings einmal richtig in Blüte, so ist es besser sie wie beschrieben abzuschneiden und zu kompostieren, um dann auf die nächste Ernte zu warten.

Gurken-Ernte

Je nach Wasserversorgung kann eine Gurken-Pflanze in beachtlichem Tempo Früchte produzieren! Diese sollten allerdings nicht zu lange an der Pflanze bleiben, da sie sonst extrem groß werden und nur noch geschält verzehrt werden können. Die ideale Erntegröße liegt bei einer Länge der Früchte von etwa 20 cm; dann sind sie richtig schön zart und knackig und können mit „Haut und Haar“ gegessen werden. Die erntereifen Gurken sollten nur vorsichtig abgeschnitten und nicht abgedreht werden, da andernfalls die Ranken der Pflanzen zerreißen können.

Zucchini-Ernte

Wie bei den Gurken muss die Pflanze regelmäßig auf neue Früchte abgesucht werden. Eine rechtzeitige Ernte ist empfehlenswert, da die Früchte in ihrem Größenwachstum kein Halten kennen und auch ohne weiteres den Umfang einer gut trainierten Marathonläufer-Wade annehmen können! Auch dann lassen sich die Zucchini noch sehr gut essen, sollten je nach Dicke der Schale vor dem Verzehr aber geschält und von den Kernen befreit werden. Ein köstliches Rezept zur Verarbeitung solcher Keulen zu Kuchen findet sich auf unserer Homepage unter Zucchini...

Markerbsen-Ernte

Die Markerbsen (in der Doppelreihe) werden dann dann gepflückt, wenn die Schoten etwas dicker, und die darin liegenden Erbsen klein, aber rund sind. Nachdem man die Spitze der Schote abgebrochen und den Faden an der Seite herunter gezogen hat, kann man die Schote mit den Fingernägeln öffnen und die Erbsen heraus streifen. Aber auch hier ist wichtig, dass die Schoten nicht zu dick werden, sonst verlieren die Erbsen ihren zarten süßlichen Geschmack! Zucker- und Markerbse lassen sich beide wunderbar roh verzehren. (Hingen die Markerbsen zu lange, kann man sie puhlen und trocknen oder einfrieren. Vor dem Kochen sollten sie dann über Nacht gewässert werden.) Die Vorgehensweise bei der Ernte und später bei der Abernte ist dieselbe wie bei der Zuckererbse (s.u.)!

Zuckererbsen-Ernte

Zuckererbsen werden dann geerntet, wenn die Schoten noch recht flach und zart sind, aber sich die innen liegenden Erbsen schon gut sichtbar nach außen abzeichnen. Am besten einfach ausprobieren, in welchem Zustand die Schoten am leckersten sind! Sie schmecken köstlich - roh oder leicht in Butter angedünstet. Beim Pflücken ist es ganz wichtig, mit einer Hand die Pflanze festzuhalten, während man mit der anderen an der Schote zieht. Sonst reißen sehr leicht ganze Pflanzenteile mit ab! Abgeerntete Pflanzen sollten in jedem Fall stehen bleiben, sie bilden noch lange Zeit immer wieder neue Blüten! Ist die Erbsenernte im Sommer abgeschlossen, sollten die welken Pflanzen direkt über dem Boden abgeschnitten werden. Als Leguminose ist die Erbse dank der sogenannten Knöllchenbakterien in der Lage, Luftstickstoff zu binden und in ihrer Wurzel anzureichern. Diese tolle Eigenschaft sollte man sich als Gärtner unbedingt zu Nutze machen indem man die Wurzeln der Erbsenpflanzen im Boden belässt und mit der Hacke einarbeitet.

Dem Unkraut an den Kragen gehen...

Nicht nur das Gemüse ist in den letzten Wochen prächtig gediehen, sondern auch die „Acker-Begleit-Flora“!

Es gibt Parzellen, auf denen zumindest in Teilen der Wildwuchs wuchert - wer noch nicht mit Hacken und Jäten begonnen hat, sollte jetzt schleunigst loslegen!

Zwischen den Reihen lässt sich bequem mit einer Hacke arbeiten; in den Reihen aber ist feine Handarbeit gefragt, um das Unkraut zwischen den Gemüse-Pflänzchen heraus zu zupfen... In den Möhrenreihen wachsen schon einige recht große Möhren-Pflänzchen, aber genauso auch zahlreiche sehr kleine, die erst durch den Regen angefangen haben zu keimen und wie ganz junges Gras aussehen.

Unkräuter und Erntereste unbedingt zwischen den Reihen liegen lassen – es sorgt für Beschattung, hält den Boden feucht und bietet den Regenwürmern Nahrung! Ausnahme sind bereits blühende Unkräuter (sie säen sich an Ort und Stelle aus) und Disteln, die in getrocknetem Zustand sehr schmerzhaft stechen. Beides gehört auf den Kompost.

Tomaten-Pflege

Diese Pflege-Tipps gelten für die beiden Sorten "Primavera" und "Primabella", eine spezielle Züchtung extra für den Ökolandbau, die der gefürchteten Krautfäule lange widerstehen! (Dazu gehört auch die Tomate, die bereits von uns gesetzt wurde.) Beide sind rote, mittelgroße Salattomaten, die eintriebig an einer Stütze gezogen werden sollten (s.u.). Wer sich eine Wildtomate dazu gekauft hat, muss sie genau unterscheiden: Die Wildtomate lässt man einfach wuchern und rückt ihr später höchstens mit der Schere zu Leibe. Sie bnötigt etwa 1 m² Platz!

Als Stütze benötigt die Stabtomate einen stabilen, langen Stab, an dem sie festgebunden werden sollte. Im Handel gibt es gewundene Stäbe, in die der Stängel der Tomate hineingedreht wird und von selbst Halt findet. Egal welcher Stab benutzt wird - er muss tief im Boden verankert werden, damit er die Last auch tragen kann. Manche Tomaten wachsen einem weit über den Kopf hinaus!

Stabtomaten werden eintriebig gezogen. Das heißt, dass die Seitentriebe in den Blattachsen (also dort, wo ein neuer kleiner Trieb zwischen Blatt und Stängel herauswächst) ausgebrochen oder abgeschnitten („ausgegeizt“) werden. Tomatenpflanzen stehen gerne in ihrem eigenen Dunst, deshalb lässt man die Triebe gleich an Ort und Stelle liegen.

Tomaten mögen es nicht, von oben gegossen zu werden. Auch Freilandtomaten beim Bewässern immer am „Fuß“ gießen! Ganz wichtig: Nicht viel gießen! Der Geschmack der Tomaten ist deutlich besser, wenn gar nicht / wenig gegossen wird (er „verwässert“ sonst).

Wenn es ans Ernten geht, können überzählige Früchte ganz einfach eingefroren werden: Die ganzen Tomaten abwaschen und in einen Gefrierbeutel stecken. Zum Auftauen die Früchte kurz unter fließendes heißes Wasser halten; durch leichtes Reiben in der Handfläche löst sich die Schale sofort ab.

Vlies abnehmen

Die Vliese sollten jetzt in jedem Fall herunter genommen werden! Im Laufe der Woche wird es wieder heißer: Dann können die Pflanzen unter dem Vlies Schaden nehmen. Wer Ameisennester unter den Salatköpfen findet, wird feststellen, dass die Ameisen schon bald nach Entfernung des Vlieses ausziehen...

Ganz wichtig: Das Vlies ist nicht kompostierbar!! Wir müssen alle Vliese, die auf dem Kompost landen, mühsam wieder heraus sortieren! Die Vliese gehören auch nicht an die Parzellenränder, sondern sollen mit nach Hause genommen, dort für die nächste Saison aufbewahrt oder über den Hausmüll entsorgt werden. Wenn wir die Vliese beim Mulchen im Gras übersehen, werden sie in viele kleine Stücke gehackt und in den Boden mit eingearbeitet. Im nächsten Jahr tauchen sie dann wieder auf, setzen sich in der Sämaschine fest und sorgen dafür, dass bei der Aussaat Lücken in den Möhren-, Rote Bete- & Mangold-Reihen entstehen!

Zum Schutz vor tierischen Mitessern können Kohl und Porree direkt im Anschluss mit Kulturschutznetzen abgedeckt werden. Die Netze kosten vergleichsweise viel, sind aber viel stabiler als das Vlies und viele Jahre lang einsetzbar! Ab sofort bringen wir sie mit zu den Ackerterminen. Die Netze sind ein sehr guter Schutz vor der Lauchmotte, der Weißen Kohlfliege, dem Kohlweißling und weiteren unerwünschten Besuchern… Grundlegende Voraussetzung ist, dass die Netze absolut dicht sind und eng am Boden aufliegen (bitte ringsum mit Erde befestigen!). Nur wenn die Vliesabdeckung vorher genauso dicht war und noch keine Läuse etc zu sehen sind, zeigt das Kulturschutznetz auch seine Wirkung! (Wenn im Laufe der Saison trotzdem Läuse unterm Netz auftauchen, ist es besser, das Netz abzunehmen und so den Nützlingen den Zugang zu ihrer Beute zu ermöglichen.)

Mangold-Ernte

Wie bei Spinat und Pflücksalat werden immer die äußeren Blätter der Pflanzen abgeschnitten, die dann regelmäßig (bis in den Herbst hinein) nachwachsen. Das Herz muss also unbedingt stehen bleiben!

Kohlrabi-Ernte

Die Knollen wie den Salat aus der Erde „drehen“, wenn sie die gewünschte Größe erreicht haben! Der blaue Kohlrabi sollte nicht zu groß werden, da er irgendwann holzig wird. Wer Kohlrabi der Sorte "Superschmelz" gepflanzt hat, sollte mit der Ernte in jedem Fall noch warten - die Knollen werden mehrere Kilo schwer und sind trotzdem superzart! Salat und Kohlrabi kann man an gleicher Stelle wieder pflanzen.

Pflücksalat-Ernte

Die äußeren Blätter werden großzügig abgepflückt oder -geschnitten, so dass nur die kleinen Herzblätter stehen bleiben. Auf diese Weise ist der Pflücksalat für lange Zeit sehr ergiebig! Lücken in der Reihe kann man auch mit anderen Salaten bepflanzen und ihn wie Pflücksalat beernten.

 

Salat-Ernte

Die Salatköpfe einfach mit beiden Händen packen und kräftig in eine Richtung drehen. Auf diese Weise trennt sich der Salatkopf von seiner Wurzel, die dann im Boden verbleibt.

Krulsalat kann zunächst auch wie Pflücksalat beerntet werden (siehe unten). Die Köpfe werden sehr groß.

Rukola

Zur Ernte pflückt man regelmäßig die äußeren Blätter ab und lässt das Herz stehen, so dass immer wieder neue Blätter nachwachsen. Verursacher der kleinen Löcher in den Blättern ist der Erdfloh. (Der Erdfloh ist ein kleiner, glänzender Käfer, der gut springen kann und bei trockener Witterung die Blätter von Radieschen und Rukola durchlöchert. Aber keine Sorge: Löcher sind geschmacksneutral!)

Geht der Rukola in die Blüte, lässt man am besten einige Pflanzen stehen (sie samen sehr zügig wieder aus) und schneidet den Rest radikal zurück. Mit etwas Glück treiben noch einmal kleine Blätter aus. Wenn er allerdings sofort wieder in die Blüte geht, sollte man am besten die ganze Pflanze heraus reißen (und an Ort und Stelle liegen lassen, um dem Boden die in der Pflanze gespeicherten Nährstoffe wieder zuzuführen) und kann dann die Reihe entweder mit Rukola-Samen oder anderen Pflanzen (der entsprechenden Pflanzenfamilien) bestücken.

Lässt man einige Pflanzen stehen und blühen, säen sie sich sehr schnell selbst aus - es dauert nicht lange und die neuen Pflänzchen keimen in der Umgebung der Samenträger!

Kartoffelkäfer - die Jagdsaison ist eröffnet!

Kaum schauen die Kartoffelpflanzen aus der Erde, ist auch schon der Kartoffelkäfer zur Stelle und leider auch im Einsatz! Er ist auffällig gelb-schwarz gestreift und etwa 0,7 bis 1,5 cm groß. Er sitzt in der Regel auf den Blättern der Kartoffelpflanzen. Großen Schaden verursachen die Larven: Sie können in kurzer Zeit Kartoffelpflanzen bis aufs Gerippe kahl fressen. Die Folge ist ein Ernteausfall. Die wirksamste Methode gegen diesen gefräßigen Plagegeist ist das Absammeln. Allerdings muss man schnell und beherzt zupacken, da der Käfer sich bei Bewegungen der Pflanze blitzartig fallen lassen kann. Schädlich sind zwar nicht so sehr die Käfer, als vielmehr deren Larven. Es ist allerdings viel einfacher, sauberer und effektiver die Käfer einzusammeln, als später die Heerscharen von Larven! An der Blattunterseite der Kartoffel befinden sich die Gelege der Käfer: Eine Ansammlung zahlreicher gelber, stiftartiger Eier. Ein einzelnes Weibchen legt bis zu 1200 Eier!! Die Gelege kleben ausschließlich an den Blattunterseiten und lassen sich einfach zwischen zwei Blättern zerdrücken. Die Käfer unbedingt zertreten, zerhacken etc.... Es macht überhaupt keinen Sinn, sie am Feldrand auszusetzen, da sie zielsicher zu den Kartoffelpflanzen zurück fliegen! Man müsste sie dann schon einige Kilometer entfernt aussetzen, um das zu vermeiden (und dort verhungern sie dann). Bitte keine Käfer in Schraubgläsern sammeln und dann in der Sonne köcheln lassen - auch ein Käfer ist leidensfähig!

Achtung: Nicht jede rot-schwarze Larve ist eine Kartoffelkäfer-Larve! Wer nicht weiß, wie Marienkäferlarven aussehen, sollte sich vor der ersten Absammelaktion Bilder von beiden Larven anschauen. Im Internet gibt es viele gute Fotos - einfach als Suchbegriff "Marienkäferlarve" bzw. "Kartoffelkäferlarve" eingeben! Der Unterschied ist eindeutig.

Erbsen-Pflege

Wenn die Erbsenpflänzchen etwa handhoch sind, sollten sie angehäufelt werden. Dazu wird rechts und links entlang der Erbsenreihen gehackt (zum Hacken darf der Boden weder zu feucht noch zu trocken sein) und mit einem Rechen ein wenig lockere Erde von beiden Seiten vorsichtig an die Pflänzchen herangezogen. Nicht hoch häufeln, es reicht ein kleiner Damm, der den Pflanzen Stabilität gibt.

Wenn die Erbsen deutlich zu sehende Ranken ausgebildet haben, die sie suchend um sich strecken, ist es wichtig, den Erbsen eine Rankhilfe anzubieten, an der sie sich festhalten und in die Höhe klettern können. Hierzu eignen sich verzweigte Reiser oder Stöcke, die man in kleinen Abständen rechts und links neben einer Erbsenreihe tief (!) in den Boden steckt. Nicht jede Erbse braucht einen eigenen Stock; die Pflanzen finden auch aneinander Halt. Die Reiser werden dann oberhalb der Pflanzen zusammen gebunden (wie eine Art Zelt). Ein Stück Kaninchendraht, der an beiden Enden mit Stöcken befestigt wird, ist ebenfalls eine gute Rankhilfe. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt!! Die Rankhilfen sollten etwa 60 cm hoch und wirklich stabil sein – es ist schon so manche Rankhilfe unter der Last der Erbsenfülle zusammengebrochen...

Wichtig: Markerbsen lassen sich nur noch bis Ende Mai / Anfang Juni nachsäen. Wer also Lücken in den Erbsenreihen hat, sollte sich während der Ackertermine Saatgut von uns geben lassen.

Lücken füllen

Aktuell geben wir während der Ackertermine Saatgut aus, damit vorhandene Lücken in den von uns gesäten Reihen gefüllt werden können.

Die beste Vorgehensweise ist auf einem Zettel erklärt, den wir vor Ort aushändigen (bitte an uns zurückgeben!). Darauf steht für jede Kultur der gewünschte Abstand zwischen den Pflanzen in der Reihe, der nötige Abstand zwischen den Samen bei Neuaussaat und die Aussaat-Tiefe. So kann jeder selbst nachschauen, ob der vermeintlich große Abstand zwischen zwei Pflänzchen eine "Lücke" ist oder vielleicht doch der Mindestabstand, der für eine gute Entwicklung der Pflanzen nötig ist! (Beim Mangold z.B. sind 30 cm Abstand zwischen den Pflanzen sogar erwünscht; bei Schnittlauch sind es 25 cm.)

Lücken innerhalb einer Reihe entstehen u.a. dann, wenn während der Aussaat die Sämaschine mit einem größeren Samenkorn verstopft oder ein Steinchen sich vor die Öffnung schiebt. Dann können keine Samen in die Erde fallen und die Folge ist eine Lücke in der Reihe der betroffenen Kultur.

Wenn bei der Aussaat auf diese Weise Lücken entstanden sind, geben wir kostenlos Saatgut heraus, damit sie gefüllt werden können. Ausnahmen sind Frühlingszwiebeln, Spinat und Pflücksalat. Eine Nachsaat dieser Kulturen ist jetzt nicht mehr möglich. Stattdessen können in die Lücken der Pflücksalat-Reihe Salatpflanzen (0,30 € / Pflanze) gesetzt werden. In die Lücken der Speisezwiebelreihen lassen sich Steckzwiebeln pflanzen.

Dem Unkraut an den Kragen gehen...

Nicht nur das Gemüse ist in den letzten Wochen prächtig gediehen, sondern auch die „Acker-Begleit-Flora“!

Wer noch nicht mit Hacken und Jäten begonnen hat, sollte jetzt unbedingt loslegen! Aber besonders Neueinsteiger sollten damit ganz vorsichtig beginnen, denn sonst fallen Kulturen wie Zwiebeln, Schnittlauch und Möhren (deren winzige Blätter zunächst wie Gras aussehen) schnell der Hacke zum Opfer!

Zwischen den Reihen lässt sich bequem mit einer "langstieligen" Hacke arbeiten; in den Reihen aber ist feine Handarbeit gefragt, um das Unkraut zwischen den Gemüse-Pflänzchen heraus zu zupfen... Doch Vorsicht: In den Reihen wachsen schon einige recht große Pflänzchen, aber genauso auch zahlreiche sehr kleine, die erst durch den Regen angefangen haben zu keimen. Während der Ackertermine zeigen wir gerne eine effektive und rückenschonende Handhabung der Hacken.

Unkräuter und Erntereste unbedingt zwischen den Reihen liegen lassen – sie sorgen für Beschattung, halten so den Boden feucht und bieten den Bodenlebewesen wie z.B. Regenwürmern Nahrung! Zudem sind sie wachsende Nährstoffspeicher - wer Pflanzenreste von der Parzelle trägt, unterbricht den Nährstoffkreislauf!!

Spinat-Ernte

Wenn die Pflanzen schön große Blätter haben, sind sie erntereif. Spinat ist ein wertvoller Gründünger, die Wurzeln müssen auch nach der Ernte unbedingt im Boden bleiben. Sie sollten mit der Hacke eingearbeitet werden, bevor eine neue Kultur angebaut wird.

Zur Ernte pflückt man entweder die äußeren Blätter der Pflanzen regelmäßig ab, so dass sie wieder nachwachsen (das ist die etwas mühsamere Variante...) oder schneidet die komplette Pflanze ab. Spinat lässt sich roh auch wunderbar als Salat essen! Früher oder später bilden die Pflanzen Blütenstände aus. Durch die Blüte (sie ist nicht genießbar) werden die Blätter herber im Geschmack (also besser vorher ausprobieren, ob sie roh noch schmecken!). Das Lückenfüllen macht beim Spinat keinen Sinn, da die späten Aussaaten sofort in die Blüte gehen. Im Spätsommer / Herbst kann ein neuer Satz Spinat gesät oder gepflanzt werden!

Wunschreihen-Bepflanzung

Mai und Juni sind die Monate in denen alles sprießt & grünt - so auch das Gemüse! Während man den Pflanzen jetzt beim Wachsen fast zuschauen kann, sieht das in vier Wochen schon ganz anders aus! Wer also schon eine Vorstellung davon hat, was in den Wunschreihen wachsen soll, sollte sie möglichst bald bepflanzen! Voraussetzung für die Gartenplanung sind der "Anbauplan 2017" und der "Garten-Planer"; beide haben wir per email verschickt. Bio-Pflanzen und -Saatgut zum Kauf bringen wir zu den Ackerterminen mit.

Wir haben in allen drei Wunschreihen Spinat ausgesät. Spinat ist ein Gründünger, d.h. er trägt zur Bodenverbesserung bei und ist außerdem sehr schnell erntereif, so dass sich die Reihen gut doppelt nutzen lassen. Wer die Wunschreihen jetzt bepflanzt, kann den Spinat dort entweder unterhacken oder im Schachbrettmuster-Verfahren links und rechts vom Spinat andere Pflänzchen setzen. Dann muss man die Pflanzen allerdings gut beobachten und bevor es zu eng wird den Spinat in die Erde einarbeiten.

Egal wie man verfährt: Auf jeden Fall die Pflanzenreste des Spinats an Ort und Stelle lassen!! Sie sind ein wertvoller Gründünger!

Radieschen-Ernte

Es ist so weit!! Auch wenn die Blätter noch ziemlich klein sind, kann sich an einigen Pflanzen schon ein schönes Radieschen verbergen! Sobald das erste Radieschen geerntet ist sollte man die ein wenig aus der Erde ragenden Knollen regelmäßig kontrollieren und immer die größten herausziehen, bis schließlich die ganze Reihe abgeerntet ist.

Nach der Ernte können in der Reihe wieder Radieschen gesät oder aus der Familie der Liliengewächse, Doldenblütler, Kreuzblütler oder Süßgräser nachgesät oder -gepflanzt werden. Wir haben auch Radieschen-Sorten im Angebot, die sogar im Sommer angebaut werden können! Darüber hinaus auch ungewöhnliche Sorten: Die weißen, spitz zulaufenden "Eiszapfen" oder die zweifarbige Sorte "French Breakfast".

Kartoffeln häufeln

Die meisten gartenglück-ler sind schon zur Tat geschritten, doch für Unschlüssige / Neu-Einsteiger an dieser Stelle auch die Anleitung: Wenn die meisten Kartoffelpflanzen der Reihe aus der Erde schauen, ist das genau der richtige Zeitpunkt, sie anzuhäufeln! Dazu lockert man die Erde mit dem Spaten links und rechts der jeweiligen Kartoffelreihe grob vor (Vorsicht, nicht zu nah an die Pflanzen stechen, die Knolle darf nicht beschädigt werden!) und schaufelt sie dann an die Pflanzen heran, so dass eine Art Damm entsteht. Ruhig so hoch häufeln, dass die Pflanzen regelrecht begraben werden bzw. nur noch ihre Blattspitzen heraus gucken! Wer unsicher ist, wie das fertige Bauwerk aussehen soll, kann sich die Dämme auf der gartenglück-Parzelle oder auf anderen Parzellen anschauen. Voraussetzung ist ein nicht zu trockener / harter Boden, also besser den nächsten Regen abwarten!

Durch die Dämme wird der Wurzelraum der Pflanzen deutlich vergrößert - sie setzen mehr Knollen an, die so auch nicht grün werden!

Erste Handgriffe

Es geht los - die Acker-Saison ist eröffnet!!

Diese Handgriffe sollten nun gleich zu Beginn auf der Parzelle erledigt werden:

1. Vliese durchtrennen: Die Kohlreihen (siehe Anbauplan 2. Block) sowie Salat, Buschbohnen und Basilikum (1. Block) haben wir mit Vlies abgedeckt. Das Vlies muss entlang der Trampelpfade durchgeschnitten und „aufgeklappt“ werden.

2. Pflanzen kontrollieren: nachschauen, ob alle Pflanzen richtig gepflanzt sind (Salat & Kohlrabi sehr flach; alle Kohl-Sorten schön tief, siehe Pflanz-Anleitung). Fehlende oder abgefressene Pflänzchen ersetzen wir natürlich kostenlos. Dazu bitte mit den „kaputten“ Pflanzen zum Pflanzenverkauf während der Ackertermine kommen!

3. Pflanzen wieder zudecken und die Vliese mit Steinen, Stöcken oder Erde befestigen. Bitte kein Plastik verwenden!!